Samstag, 24. Oktober 2009

Mit der Praktikantin Kreuzberg entdecken




Heute: Curry 36

Es begab sich im Sommer des Jahres 2009, dass ich mich aufmachte, um die Kultstätte der westlichen, zivilisierten, Berliner Welt aufzusuchen: Das Curry 36. Den Namen hat es als Erinnerung an den ehemaligen Postleitzahlbereich 36 und obwohl es somit also auf althergebrachte Werte wie Sässhaftigkeit und Nationalstolz anspielt, tummeln sich dort am Wochenende Touristen from all over the world. Engländer und Argentinier stehen sich die Beine in den Bauch, um eine 1,50€ deutsche Currywurst zu bekommen. Ich wähle lieber die mit Zauber-Würze bestreuten Pommes, kriege fast einen Natriumchlorid-Schock und weiß danach: Ich werde wiederkommen.
Also mache ich mich, geleitet von meinem Heißhunger zur Mittagspause an einem ganz normalen Praktikumsarbeitstag auf zu dieser Pommesbude - denn mehr ist es eigentlich nicht. Die Kultstätte verwandelt sich im Schein einer Werktagssonne in eine Frittenbude, wo sich dicke Deutsche ihr Mittagessen einverleiben. Sich an einen Stehtisch zu stellen und eine Portion Pommes zu essen, hat plötzlich den schalen Nachgeschmack von Fettleibigkeit, Cholesterin und Belanglosigkeit. Plötzlich findet sich kein Tourist mehr hier, man vernimmt die langweiligen Gespräche der Deutschen, die Warteschlange ist kurz, die Mayonaisse hat auch schon mal besser geschmeckt und das Essen liegt so schwer im Magen, dass ich, wieder im Büro, fast auf dem Stuhl in der Küche einschlafe.
Tipp: Wenn Curry 36, dann nur am Wochenende.

Montag, 19. Oktober 2009

Ist es nicht schön, gemein zu sein? - Ein Eintrag in Anlehnung an Gossip Girl

Erklärung: Sämtlich Namen und Bezeichnungen von Personen [...] wurden geändert bzw. abgekürzt, um Unschuldige zu schützen. Mit anderen Worten: mich.

Ihr Lieben!

Wer hätte gedacht, dass unserer Praktikantin gleich am ersten Abend im kollegialen, angetrunkenen Kreis so viele Geheimnisse offenbart würden. P nahm an der Abschiedsfeier von R teil, der nach nur etwas mehr als einem halben Jahr das Handtuch warf: Lag es an der Unterforderung in der Firma oder wollte er tatsächlich mal wieder etwas Neues ausprobieren? Jedenfalls erbarmte sich C - unser ranghöchster Offizier in der Firma - zu einer Abschieds-SMS: "Auf Wiedersehen, R. Alles Gute!" Wie nett von ihr!
R brauchte nicht lange, um alle anwesenden 4 Kollegen bei einem Drink in der Kneipe dazu zu bringen, ihr Herz auszuschütten. Selbst Q, die irgendwie einen ziemlich nahen verwandtschaftlichen Grad zu Oberstleutnant C aufweist und in deren Firma arbeiten muss, weil ihr Startkapital und Risikobereitschaft fehlt, endlich ein eigenes Unternehmen zu gründen - was sie sich aber schon seit Jahren wünscht - konnte kein gutes Wort an ihrer Schwester lassen: Sie sei ständig überfordert, obwohl sie nie da sei. Ups, da spricht wohl der Neid aus dir, Q!
Ein weiterer Kollege legt nach und zitiert Oberstleutnant C mit den Worten: "Ich habe auch einen 24 Stunden Job, schließlich habe ich ein Kind." Ach C, du musst doch wissen, dass man geliebte und gewollte Kinder nicht vorschieben kann, wenn es um die Frage Überstunden geht.
Auch S, der unter großem Druck steht, da er erstmalig echte Produktionsarbeitet leisten darf, heult sich aus. Das darf er auch, er verdient schließlich nicht viel mehr als 20000 im Jahr. Habt ein bisschen Mitleid mit ihm! Auch wenn keiner versteht, warum er überhaupt in der Firma bleibt. Ein Tipp S: In letzter Zeit bist du nur noch gestresst, genervt und nervig - vielleicht solltest du dich auch neu orientieren!
Dann gibt es da noch diese Andeutung, das unser Workaholic-Fast-Chef F homosexuelle Neigungen hat. Oder hat sich P da nur verhört? Wir werden das Beobachten...
Während C in einer Gewittersalve ihr Fett wegbekommt, gibt es Lobeshymnen auf B. Unser Prakti hält sich schön raus, weil sie mit B gar nichts anfangen kann und Bs Hilfsbereitschaft noch nie zu spüren bekommen hat. Aber unser Prakti darf ja in 2,5 Monaten gehen, während ihr alle anderen Kollegen sehr leid tun, denn die werden bleiben müssen.
Sie bestellt sich einen Wodka, kippt ihn sich hinter die Binde und radelt dann gemütlich nach Hause in dem Wissen, dass alle in dieser Firma extrem unzufrieden sind. Das macht die Tage als Praktikantin schon fast wieder erträglich, schließlich muss P sich noch nicht mit einer desorganisierten, uneffektiven Firma abfinden und da den Rest ihrer Tage versauern...
Hey P, sehe ich da etwa ein Lächeln auf deinen Lippen?

XOXO

Montag, 5. Oktober 2009

Körpermaße

Ich weiß, ihr seid alle neugierig, aber ich muss euch mitteilen, es gibt keine Neuigkeiten, was meinen Körper angeht. Das Fahrradfahren hat nicht viel bewirkt, obwohl ich seit 3,5 Monaten jeden Tag mit dem Fahrrad durch die Kante stürze (mit Helm!).
Verschiedene Veränderungen sind vor sich gegangen, zum Beispiel wochenlange Schmerzen in den Knien, eine seicht verlaufene Erkältung (wegen dem gestärkten Immunsystem), Rückenschmerzen vom Sitzen auf Arbeit und einiges ist gleich geblieben zum Beispiel das Schnaufen und Ächzen, wenn ich Treppen in den fünften Stock hochgelaufen bin, meine depressive Anfälligkeit (von wegen Glückshormone durch Sport) und eben auch meine Körpermaße.
Im Grunde bin ich immer noch die Gleiche - und sehe auch so aus. Schade, ich hatte Hoffnung, zu einem dünnen Skelett abzumagern, aber es sind die Kohlenhydrate, die bösen Dinger, davon esse ich offenbar zu viel. Dadurch kein Gewichtsverlust, der mir doch von so vielen Seiten prophezeit wurde. Na ja, ich kann damit leben.
Ich muss sagen, es wird Herbst und ich liebe Herbst, aber zum Fahrradfahren wird es immer schwieriger. Nicht nur der Regen und Gegenwind machen mir zu schaffen, auch herunterfallende Baumfrüchte, die im Weg liegen, sowie Äste und rutschige Blätter unter meinen Rädern. Trotzdem habe ich keine Lust mit der Bahn zu fahren. Ich bin recht unabhängig mit dem Rad und möchte das auch gern bleiben. Deshalb drückt die Daumen, dass ich nicht so bald mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss. Heute sieht das Wetter ja schon ganz gut aus!

Horror vor der neuen Woche

In der vergangenen Woche habe ich einige Fehler gemacht. Es war komisch, ich glaube, ich habe zwar ein wenig Anschiss bekommen, aber ich selbst habe mich noch viel mehr fertig gemacht. Denn danach waren meine Vorgesetzten wieder verhältnismäßig normal zu mir und haben nicht mit mir geschmollt oder so. Sie haben sich wie Erwachsene benommen. Dafür hatte ich den Rest des Tages ein schlechtes Gewissen, machte mir Vorwürfe und hatte deshalb Fressattacken und Appetitlosigkeit - gleichzeitig.
Nun ist also endlich der Fall eingetreten: Jedes Wochenende habe ich Panik davor, dass es gleich vorbei ist und die Arbeitswoche wieder beginnt. Denn ich will nicht mehr dahin. Es hat nicht nur mit dem unkollegialen Verhältnis untereinander zu tun und meiner Unfähigkeit, Aufgaben exakt auszuführen. Es ist auch einfach so: Mich interessiert das ganze eigentlich nicht mehr. Es ist langweilig geworden. Und verantwortungsvollere Aufgaben kann ich nicht übernehmen, das habe ich letzte Woche bewiesen. Dazu bin ich offenbar zu blöd.
Manchmal bin ich so unkonzentriert auf Arbeit, weil ich mich die ganze Zeit nur von da wegträume. Dann stelle ich mir vor, wie es woanders wäre und wie es wäre, in einem anderen Team zu arbeiten, mit richtig netten Kollegen und wie ich maßgeblich an der Realisierung eines Projektes beteiligt wäre. Ich stelle mir vor, wie es wäre, stolz auf das sein zu können, was ich tue...
Ich könnte mir jetzt zwar vornehmen, mir in dieser Woche mehr Mühe zu geben, mich mehr zu konzentrieren und zügiger zu arbeiten, aber irgendwie glaube ich nicht so recht an mich. Macht euch keine Sorgen, ich werde die Woche schon überleben, aber spaßig wird das nicht.

Donnerstag, 27. August 2009

Das Gefühl Armut

Ich bekomme ein Praktikumsentgeld. Mehr als in anderen Firmen, aber doch noch weniger als 400Euro. Bis gestern war ich arm. Seit gestern bin ich offizieller Hartz-IV-Empfänger. Jetzt kann ich, wie mein Freund sagt, "rumhartzen".
Kein Geld zu haben, das ist echt ein komisches Gefühl. Mein Eltern zwackten schon ab, wo es ging, aber das Gewissen nagte an mir. Meine Mutter verdient sehr wenig und mein Papa ist berufsunfähig und bekommt nicht einmal den Hartz-IV-Grundsatz. Ich hatte sie schon während des Studiums ausgenommen und nun war ich als Diplom-Ingenieur immer noch von ihnen abhängig. Ich fühlte mich schlecht. Mein Freund unterstützt mich, wo er kann, er ist echt ein Schatz. Aber irgendwie war es auch so ungerecht. Nur weil wir ein Paar sind, muss er für mich sorgen. Er verdient auch zum ersten Mal im Leben Geld und muss es gleich an seine Freundin weiterreichen. Bei einem Besuch der Gärten der Welt in Marzahn musste er mir die 3€ Eintritt ausgeben. Ich hatte nicht einmal diese drei Euro übrig.
Manchmal lag ich nachts deswegen wach. Am Tag googlete ich im Internet nach Nebenjobs. Leider lässt sich nicht jeder mit dem Vollzeitpraktikum vereinbaren. Panik machte sich breit. Auf einmal war es nicht mehr möglich, sich auch nur ein kleines Konsumgut zu gönnen.
Seit gestern bekomme ich Hartz-IV. Auf einmal habe ich wieder Geld zur Verfügung und weiß eigentlich nicht, was ich nun tun soll.
Ich könnte meinem Freund und meinen Eltern erst einmal zurückzahlen, was sie mir gegeben haben. Oder ich könnte es sparen. Ich könnte mir etwas kaufen. Irgendwie weiß ich nicht mehr, was besser ist. Der Verzicht hat mich auch zu einem besseren Menschen gemacht, irgendwie. Aber das Gefühl, eigentlich nicht einmal ein Geschenk für jemanden kaufen zu können, war manchmal so lähmend. Aber auch inspirierend. Dann muss man das Geschenk halt basteln. Oder sich eben was einfallen lassen. Jetzt könnte ich wieder eins kaufen, aber will ich das!?
Arm zu sein, auf alles verzichten zu müssen, hat mich auch stärker gemacht. Ich musste über mich hinauswachsen. Mich einschränken. Ich hätte nie gedacht, dass ich das könnte. Und was wird jetzt passieren? Werde ich wieder in mein altes Muster zurückfallen? Wieder dem Konsum fröhnen? Ich weiß es nicht. Ich habe auf einmal Angst davor, Geld zu haben...

Montag, 17. August 2009

Eine verwirrende Woche

Irgendwie ist alles komisch

Die vergangene Woche hat mich doch über vieles nachdenken, heulen und lachen lassen.
Ganz am Anfang ging es damit los, dass ich von einem Producer darauf hingewiesen, oder noch eher zurechtgewiesen wurde, dass ich am Telefon echt mal nachfragen soll, wer dran war. Ich habe echt Probleme mit dem Telefonieren, ich muss immer an das Telefon gehen, wenn es klingelt und dann durchstellen. Manchmal melden sich die Leute nuschelnd mit ihrem Namen, dem ewig langen Firmennamen und sagen dann schon worum es geht, wen sie sprechen wollen. Wenn ich dann die Auskunft gebe, "der ist gerade im Gespräch" sagen einige, "ach, dann schreibe ich eine Email" und legen schnell auf. Ich weiß dann manchmal weder, wer angerufen hat, noch was er wollte. Total blöd natürlich, aber ich vertrau ja auf Mensch und Technik und denke, der schreibt dann eine Email. Aber natürlich wäre es besser, wenn ich wüsste, wer dran war. Und dann wurde ich eben von dem Producer zurechtgewiesen. Wie ich das Wort verabscheue! An dem Tag hab ich am Abend dann noch einen Heulkrampf gehabt. Da ging es dann aber auch noch um eine zweite Sache.
Ich hatte mir unseren Newsletter angeschaut und bemerkt, dass er kein Layout hat. Er hat zwar eine gute Struktur, nicht zu viel Text, ein Bild usw. Aber er ist nicht grad ein Aushängeschild. Was erklärt, warum keiner aus der Firma es für nötig hält, diesen Newsletter an Freunde und Verwandte zu schicken. Klar, wir können damit die Einschaltquoten nicht erhöhen, selbst wenn mehr Leute unsere Sendung schauen würden. Und auch die Klickzahlen auf ARTE+7 würden sich nicht merklich erhöhen. Aber irgendwie finde ich, dass auch ein wenig Eigenverantwortung jedes der Teammitglieder vorausgesetzt werden sollte, um unsere Sendung zu bewerben. Na ja. Jedenfalls habe ich mir Gedanken gemacht und den halben Tag rumexperimentiert und überlegt und war am Schluss überzeugt:
Ich werde mich mit HTML beschäftigen und uns einen tollen Newsletter bauen. Juhu.
Am nächsten Tag erfahre ich von einem Mitarbeiter, dass einer der Producer zu ihm gesagt hat, ich würde mich zu viel mit dem Newsletter beschäftigen, den würden es nur 12 Leute lesen. Ich sollte lieber wichtigeres tun. Ich fand es eine Frechheit, es über einen Dritten zu erfahren und auch diese Einstellung gefiel mir nicht. Denn:
1. Ich habe zur Zeit nichts wichtiges zu tun.
2. Der Producer hat mir außer einer DVD-Kopie noch NIE eine Aufgabe gegeben.
3. Ich werde nicht in die aktuellen Vorgänge einbezogen, bekomme keine Recherche- oder sonstige Aufgaben.
4. Mit der Newsletter-Aufgabe hätte ich endlich mal was lernen können.
5. Ich finde es zum Kotzen, wenn jemand mein Engagement für die Firma nicht zu schätzen weiß. Ich will eben nicht der Praktikant sein, der immer nur getan hat, was ihm gesagt wurde. Ich will der Praktikant sein, der hervorstach, weil er sich wertvoll in verschiedenen Bereichen eingebracht hat. Und die Sortieraufgaben kommen mir da noch ein bisschen popelig vor.
Ich hätte schreien können, dieser doofe Typ hat damit echt meine ganze Motivation zerstört. Verstehe einfach nicht, warum der auch nicht mir mir persönlich darüber geredet hat, dann hätte ich ihm gleich mal was erzählt. Aber so habe ich keine Möglichkeit, seine Ansicht zu ändern, denn ich kann ja schlecht zu ihm gehen und ihm sagen, "eh, der Typ1 hat gesagt, du hast zu ihm gesagt, dass ich..."
Der Tag war echt Scheiße. Ich heulte mir am Abend die Augen aus, weil ich mich ungerecht behandelt fühlte. Am nächsten Tag nervte ich alle mit meiner guten Laune. Am Freitag war dann alles super gut, als ich beauftragt wurde, für die beiden Producer eine Liste zusammenzustellen mit 10 für mich interessanten Künstlern als Vorschläge für unsere Sendung. Und die Liste kam richtig gut an. Es sei kein einziger Künstler drauf gewesen, den man direkt ablehnen würde und einige davon wurden wohl auch schon angefragt. Wow. Ich war auf Wolke 7.
Blöd, wie einen die Arbeitswelt stimmungstechnisch so beeinflussen kann, oder?

Dienstag, 11. August 2009

Mittagspause



Die Praktikantin darf zuletzt

Jeden Tag das gleiche. Gegen 12:30 beginnen die ersten Gespräche: Wann gehen wir Mittag essen? Die Männer gehen gemeinsam, klar die unterhalten sich ja über die Sendungen. Gegen 13:15 brechen sie dann endlich auf. Wenn sie wieder da sind, gehen die zwei Producerinnen. Da ist es bereits 14:30. Halb vier darf ich dann endlich meine Mittagpause antreten. Vor lauter Hunger habe ich nen säureüberschuss im Magen und daraus resultierendes Stechen im Bauch. Um die Uhrzeit habe ich dann oft keine Lust mehr raus zu gehen und setze mich statt dessen nur in die Küche, lese Zeitung und trinke einen Kaffee. Aber auch da schaffe ich es hin und wieder, eine ganze Stunde zu vertrödeln, bevor ich zurück an meinen Platz gehe.
Zum Mittag gibt es zwei belegte Schnitten und einen Müsliriegel. Und dazu nen tollen Ausblick in den Innenhof. Entspannung pur, kann ich da nur sagen. Manchmal besucht mich auch jemand in der Küche. Doch leider gehts in den Gesprächen nur um neue Aufgaben für mich. Ist ja nicht so, dass man sich auch mal persönlich kennen lernen könnte...

Freitag, 31. Juli 2009

Ich schaffe Ordnung


Seit einigen Wochen beschäftige ich mich damit, unser Büro zu sortieren, zu ordnen, auszumisten und zu mehr Übersicht zu führen. Oben könnt ihr ein Tageswerk von letzter Woche betrachten. Ich habe unser eigens angefertigtes Regal mit DigiBeta-Bändern von Drehs im vergangenen halben Jahr bestückt. Wer übrigens ein cooles Gerät zum Belabeln von allem möglichen braucht, holt sich das super praktische Brother P-Touch 1230 PC, ein echt schickes, leises, schnelles und sehr intuitives Gerät, das viel Spaß macht. Und man kann praktische, klebende, wetterfeste Beschriftungssteifen damit drucken. Bin absolut begeistert. Da macht sortieren noch mehr Spaß.
In mir steckt auf jeden Fall ein Ordnungsfreak, nur nicht bei mir daheim. Aber im Büro finde ich immer irgendwas, was mal aussortiert oder geordnet werden müsste.
Zum Beispiel:
° Muss das Altpapier und überflüssige Kartons weggebracht werden.
° Haben wir ein Technik-Kabuff, in dem sich nicht genutzte Technik auf VHS Kassetten türmt, was jeden Gast in unserem Büro davon rennen lassen würde.
° Muss jemand ja die leeren Flaschen von den vollen trennen, damit man weiß, wann neues Evian-Wasser fürs Büro bestellt werden muss.
° Muss jemand unser veraltetes und viel zu groß angewachsenes Zeitschriftenarchiv ausmisten und neu einsortieren. Aber erst muss was raus, denn es ist kein Platz mehr für so viel Papier.
° Muss jemand mal all die riesigen Kisten von unseren technischen Geräten zusammenfalten und irgendwo Platz sparend verstauen. Nicht zu fassen, wie viel Platz so etwas wegnimmt.
Das sind nur ein paar der Baustellen, auf denen ich zur Zeit arbeite.
Aber da grad Sommerloch ist, habe ich genügend Zeit, um mich darum zu kümmern.

Erkenntnis der Woche: Sortieren ist eine meditative Beschäftigung, die zu innerer Ruhe und Zufriedenheit führt.

Sonntag, 19. Juli 2009

Der schmale Grat

zwischen bedingungsloser Hingabe und einvernehmlicher Ausbeutung!

In der vergangenen Woche habe ich jeden Tag ein wenig mehr das Gefühl gehabt, dass ich mich von meiner Firma ausnutzen lasse. Vielleicht ist es ja irgendwie ein Teil der normalen Arbeitswelt, dass man hin und wieder Arbeiten erledigt, die sonst nicht zum Job gehören. Aber wenn es Arbeiten sind, hinter denen man einfach keinen Sinn sieht, ist die Sinnkrise nicht mehr weit. So auch letzte Woche. Ich wurde gefragt, ob ich denn Zeit hätte und da es wie bereits beschrieben zur Zeit sehr ruhig ist im Büro, gab ich zu verstehen, dass ich gern eine Aufgabe übernehmen möchte.
Leider handelte es sich ums Transkribieren eines Tapes, das nicht in geringster Weise etwas mit unserer Arbeit zu tun hat. Das Interview auf dem Tape wurde für ein Buch gemacht, hatte also nichts mit einer unserer Kultursendungen oder ähnlichem zu tun. Deshalb verstand ich dann am dritten Tag meiner Arbeit an dem Tape auch die Welt nicht mehr. Für wen zur Hölle erledigte ich hier gerade die Drecksarbeit? Warum wird kein echter "Transkriptor" mit der Aufgabe betreut? Und wie viel Geld bekommt meine Firma dafür, dass sie dem armen Prakti hier mal eine mehrtägige Beschäftigung aufbürdet?
Ja, aufbürdet, denn ohne vernünftige Software, in einem 4-Mann Büro neben einem ständig klingelnden Telefon und den ständigen Bitten der Anderen ausgesetzt, doch noch diese oder jene DVD zu kopieren, war es sicher kein schnell zu erledigendes Zuckerschlecken. Es raubte mir jeden Nerv. Vor allem wegen der unfähigen Interviewerin und deren Entscheidung, das Mikro draußen im Wind auf einem Tisch zu platzieren, wo alle möglichen Störgeräusche vorprogrammiert waren. Ich dachte, mir platzt das Trommelfell.
Ich fand das alles so ungerecht. Nur weil ich gerade Zeit hatte, nur weil ich eine billige Arbeitskraft war und meine Hilfe auch noch angeboten hatte, musste ich das nun durchziehen.
Irgendwie ist es ein sehr schmaler Grat zwischen der Bereitschaft, alles für die Firma und ihre Mitarbeiter zu tun, sie zu unterstützen, wo es geht und sich um die kleinen Popelarbeiten zu kümmern, die sonst keiner macht und dem Gefühl, sich versklavt zu haben und für einen Hungerlohn Arbeiten zu erledigen, für den andere sich zu schade vorkommen, zu wichtig und zu gut bezahlt sind, um ihre Zeit daran zu verschwenden.
Manchmal steht man auf der Kippe zur Ausbeutung. Und obwohl man sich mit der Unterschrift auf dem Praktikumsvertrag praktisch freiwillig in die Ausbeutung begibt, erhofft man sich doch, dass einem Chancen und Möglichkeiten durch das Praktikum eröffnet werden, dass man noch hinzulernt, dass einem was beigebracht wird. Man weiß, man ist eine billige Arbeitskraft und doch hofft man das Beste: Dass man übernommen wird, dass man Kontakte knüpft, dass man ganz viele wertvolle Erfahrungen macht. Ich glaube, so lange die Praktikumsfirma es schafft, diese Hoffnung aufrecht zu erhalten, wird ihr Praktikant immer wieder neuen Mut fassen und Motivation aufbauen.
Hoffen wir, dass meine Firma mir diesbezüglich morgen einen neuen Anstoß gibt.

Sonntag, 12. Juli 2009

Ich gebe alles! Teil II



Heute: Mein Blut!

Neulich im Praktikum. Ich wollte gerade eine Kiste fachmännisch zukleben und wollte dazu diese superpraktischen Klebebandabroller nutzen. Wir haben davon mindestens 3 Stück herumliegen. Und da war es schon passiert. Ich schnitt mir mit den scharfen Zacken direkt in den Finger.
Aber was soll ich sagen, für meine Firma mach ich das doch gern!
Blöd nur, wenn man die Warnhinweise nicht richtig lesen kann (oder unterschätzt).

Donnerstag, 9. Juli 2009

Eine gute Woche

Diese Woche ist wirklich sehr angenehm. Die Chefs sind außer Haus, zwei weitere Mitarbeiter sind im Urlaub und es steht nichts weiter an. Alles ganz ruhig.
So konnte ich in Ruhe Clips für unsere Homepage erstellen. Man beachte den Workflow:
Mit Shrink DVD erstelle ich von einer DVD ein VOB der Passage, die ich fürs Internet haben möchte. Mit MPEG-Streamclip wandel ich das VOB mit genauerem In und Out-Punkt in ein mpg um. Dann nehme ich Carbon Coder und wandel das mpg in einen Webclip mit bester Kompression und H.264 in ein mpeg4 um. Außerdem kann ich da noch ein und ausfaden. Dann kann es hochgeladen werden.
Dann habe ich eine GEMA-Liste erstellt. Und wunderbare Musik für mich entdeckt. Sobald ich die ganzen Interpreten weiß, schreib ich sie hier rein.
Ich habe dutzende DVDs für die Pressearbeit erstellt, kopiert und belabelt. Heute habe ich Bänder gesichtet und einen Botengang zum Schnittraum unternommen. Außerdem habe ich online VG-Bildkunst-Meldungen erstellt. Da habe ich viel dazu gelernt. Dann habe ich mich um einen Fotografen gekümmert, der Fotos von allen Mitarbeitern für die Homepage machen soll.
Es waren also viele verschiedene kleine Aufgaben, die es zu erledigen gab und die auch Spaß machten. Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Die Atmosphäre ist auch sehr chillig diese Woche.
Da gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich aufregen kann. Außer vielleicht über einige dumme Radfahrer am Morgen...

Donnerstag, 2. Juli 2009

Wenn die Motivation wankt

Gestern war es so weit. Ein junger Mann kam herein, einer der Produzenten meiner Firma. Bisher war er für Wochen im Schnitt verschollen gewesen, nun lernte ich ihn kennen. Mir wurde gesagt, von dem kann ich viel lernen, deshalb sitzen die Praktikanten ihm gegenüber. Und dann das:
Er wirft mir 2 Kurierzettel hin und sagt, ich könne sie bei Gelegenheit mal abheften. Na gut, auch wenn es nur 20Sekunden Aufwand gewesen wären. Ich mache es für ihn. Selbstverständlich.
Doch dann das zweite und letzte, was er an diesem Tag zu mir sagt: Wenn du heute gehst, kannst du dann den Müll mit runter nehmen? Der stinkt so komisch.
(Normalerweise wird der große Mülleimer einmal wöchentlich von den Putzfrauen geleert, was auch in normalen Fällen ausreicht.)
Ich dachte echt, bin ich hier die Putze? Ich mache schon wirklich viel sauber und kümmere mich um einiges und mache es ja auch gern. Für die Firma, für die Gemeinschaft.
Aber das hat mich doch etwas deprimiert. Ich habe natürlich gemacht, was mir beauftragt wurde, es war auch nicht schlimm. Aber da kam meine Motivation wirklich beträchtlich ins Wanken...
Ich musste mich selbst davon überzeugen, dass alles, was ich tue, der Firma nützt. Auch die Nase des Produzenten zu schonen. Nur manchmal, da beschleichen mich fiese Gedanken. Wofür bin ich hier Praktikant? Wissen die Leute zu schätzen, was ich für sie tue? Und wie viel bin ich eigentlich Wert? Die Antwort auf letztere Frage lautet: 0,40€/h.

Montag, 29. Juni 2009

Ich gebe alles! Teil I



Heute: Meine Schuhe!

Da wird einmal die Treppe im Hausflur gestrichen und schon ruiniert sich der arme Prakti daran die Schuhe. Die Treppen sind eben ungewöhnlich hoch und sie schaffte es nicht mehr, ihre Beine zu heben und prompt stieß sie gegen die frisch gestrichene Stufe. Und das einzige Paar Straßenschuhe, das sie besitzt, wurde grau gefleckt.
Mist.
Aber was tut man nicht alles...

PS: Na gut, ich habe noch ein weiteres Paar, aber an dem klebt 2 Jahre alter Schneckenschleim.

Sonntag, 28. Juni 2009

Mit der Praktikantin Kreuzberg entdecken



Heute: Der ultimative Bastelladen

Durch die Notwendigkeit einer Grußkarte für eine gute Kollegin meiner Praktikumsfirma zum Geburtstag, wurde ich ausgesendet, um in den Weiten der Modulor-Galaxie nach ihr zu suchen. Ich drang ein in dieses Universum, in dem es von Bau-, Modellier- und Klebstoffen aller Art nur so wimmelte, wo ich hier und da kompetente Beratung erhielt und auf eine Menge Gleichgesinnter traf. Sie alle waren Bastelianer. Bastler, die für ihr Leben gern schneiden, kleben, zusammenfügen und trennen, bemalen und kombinieren und damit ihr Leben und das ihrer Freunde bereichern.
Ich fühlte mich daheim in dieser Galaxie und wollte mich in der Bastelwelt niederlassen. Doch dann erinnerte ich mich an meinen Auftrag, besorgte die Grußkarte und verließ dieses Universum.
Noch oft, wenn ich träume, kehre ich in diese farben- und formfrohe Welt zurück und kreiere im Geiste bereits verschiedene Kunstwerke...

Modulor: Gneisenaustr. 43-45, 10961 Berlin

Sonntag, 21. Juni 2009

Praktikum in einer Produktionsfirma

Da es Nachfragen gab und es mir auch ein Anliegen ist, meine Mitmenschen zu mehr Bildung zu animieren, hier noch ein paar Informationen zu dem sagenumwobenen Praktikum, das ich mir geangelt habe.
Ich arbeite für eine Produktionsfirma, die Künstlerportaits produziert - vor allem für ARTE. Ihr wisst sicher, wie sehr ich den Sender mag und wie oft ich an einem Nachmittag oder Vormittag oder Abend schon gezappt habe und dann bei einer spannenden Doku oder einem frivolen französischen Film auf ARTE hängen geblieben bin. Ich kann also sagen, dass ich voll und ganz hinter den gut recherchierten und liebevoll gezeichneten Künstlerportäts meiner Produktionsfirma stehe und mich nicht für sie schäme.
Scham überkommt mich nur in Gedanken an mein Praktikumssemster bei einem "Wissensmagazin" eines Privatsenders. Aber das Kapitel ist ja nun abgeschlossen...
Wenn ihr also ab und an mal bei ARTE vorbeikommt, meist irgendwo auf Kanal 30, dann schaut doch rein und erweitert euren Horizont. Erst letztens sah ich zufällig ein Portrait über Annie Leibowitz, was für eine faszinierende Persönlichkeit sie doch ist! Und vorher hatte ich kaum zweimal ihren Namen gehört.
Es ist also ein Praktikum in der Produktion, das heißt in Richtung Planung und Recherche. Aber im Moment mache ich noch unspannende Praktikantentätigkeiten ;-)

Freitag, 19. Juni 2009

Me against myself

Die erste Woche im neuen Praktikum ist überstanden. Ich bin in dieser Woche insgesamt 80km auf dem Weg zum Praktikum und zurück mit dem Fahrrad gefahren. Zusätzlich noch 6km Botengänge und 6km Einkaufsweg zum Kaufland und zurück. Da kommt natürlich die Idee auf, zu beobachten, was das für Auswirkungen auf meinen Körper haben wird. Leider bin ich nicht im Besitz einer Personenwaage. Deshalb hier die schrecklichen Wahrheiten.
Die Umfänge:
Unterschenkel 37cm
Oberschenkel 57cm
Po 98cm
Bauch 80cm
Jede Woche werde ich Freitag abend neu messen. Bin gespannt, ob ich mich körperlich in Hulk oder in Mischa Barton verwandle. Vielleicht bleib ich auch einfach so!?
PS: Macht euch keine Sorgen, ich wurde in der ganzen Woche nur ein Mal fast überfahren.