Freitag, 31. Juli 2009

Ich schaffe Ordnung


Seit einigen Wochen beschäftige ich mich damit, unser Büro zu sortieren, zu ordnen, auszumisten und zu mehr Übersicht zu führen. Oben könnt ihr ein Tageswerk von letzter Woche betrachten. Ich habe unser eigens angefertigtes Regal mit DigiBeta-Bändern von Drehs im vergangenen halben Jahr bestückt. Wer übrigens ein cooles Gerät zum Belabeln von allem möglichen braucht, holt sich das super praktische Brother P-Touch 1230 PC, ein echt schickes, leises, schnelles und sehr intuitives Gerät, das viel Spaß macht. Und man kann praktische, klebende, wetterfeste Beschriftungssteifen damit drucken. Bin absolut begeistert. Da macht sortieren noch mehr Spaß.
In mir steckt auf jeden Fall ein Ordnungsfreak, nur nicht bei mir daheim. Aber im Büro finde ich immer irgendwas, was mal aussortiert oder geordnet werden müsste.
Zum Beispiel:
° Muss das Altpapier und überflüssige Kartons weggebracht werden.
° Haben wir ein Technik-Kabuff, in dem sich nicht genutzte Technik auf VHS Kassetten türmt, was jeden Gast in unserem Büro davon rennen lassen würde.
° Muss jemand ja die leeren Flaschen von den vollen trennen, damit man weiß, wann neues Evian-Wasser fürs Büro bestellt werden muss.
° Muss jemand unser veraltetes und viel zu groß angewachsenes Zeitschriftenarchiv ausmisten und neu einsortieren. Aber erst muss was raus, denn es ist kein Platz mehr für so viel Papier.
° Muss jemand mal all die riesigen Kisten von unseren technischen Geräten zusammenfalten und irgendwo Platz sparend verstauen. Nicht zu fassen, wie viel Platz so etwas wegnimmt.
Das sind nur ein paar der Baustellen, auf denen ich zur Zeit arbeite.
Aber da grad Sommerloch ist, habe ich genügend Zeit, um mich darum zu kümmern.

Erkenntnis der Woche: Sortieren ist eine meditative Beschäftigung, die zu innerer Ruhe und Zufriedenheit führt.

Sonntag, 19. Juli 2009

Der schmale Grat

zwischen bedingungsloser Hingabe und einvernehmlicher Ausbeutung!

In der vergangenen Woche habe ich jeden Tag ein wenig mehr das Gefühl gehabt, dass ich mich von meiner Firma ausnutzen lasse. Vielleicht ist es ja irgendwie ein Teil der normalen Arbeitswelt, dass man hin und wieder Arbeiten erledigt, die sonst nicht zum Job gehören. Aber wenn es Arbeiten sind, hinter denen man einfach keinen Sinn sieht, ist die Sinnkrise nicht mehr weit. So auch letzte Woche. Ich wurde gefragt, ob ich denn Zeit hätte und da es wie bereits beschrieben zur Zeit sehr ruhig ist im Büro, gab ich zu verstehen, dass ich gern eine Aufgabe übernehmen möchte.
Leider handelte es sich ums Transkribieren eines Tapes, das nicht in geringster Weise etwas mit unserer Arbeit zu tun hat. Das Interview auf dem Tape wurde für ein Buch gemacht, hatte also nichts mit einer unserer Kultursendungen oder ähnlichem zu tun. Deshalb verstand ich dann am dritten Tag meiner Arbeit an dem Tape auch die Welt nicht mehr. Für wen zur Hölle erledigte ich hier gerade die Drecksarbeit? Warum wird kein echter "Transkriptor" mit der Aufgabe betreut? Und wie viel Geld bekommt meine Firma dafür, dass sie dem armen Prakti hier mal eine mehrtägige Beschäftigung aufbürdet?
Ja, aufbürdet, denn ohne vernünftige Software, in einem 4-Mann Büro neben einem ständig klingelnden Telefon und den ständigen Bitten der Anderen ausgesetzt, doch noch diese oder jene DVD zu kopieren, war es sicher kein schnell zu erledigendes Zuckerschlecken. Es raubte mir jeden Nerv. Vor allem wegen der unfähigen Interviewerin und deren Entscheidung, das Mikro draußen im Wind auf einem Tisch zu platzieren, wo alle möglichen Störgeräusche vorprogrammiert waren. Ich dachte, mir platzt das Trommelfell.
Ich fand das alles so ungerecht. Nur weil ich gerade Zeit hatte, nur weil ich eine billige Arbeitskraft war und meine Hilfe auch noch angeboten hatte, musste ich das nun durchziehen.
Irgendwie ist es ein sehr schmaler Grat zwischen der Bereitschaft, alles für die Firma und ihre Mitarbeiter zu tun, sie zu unterstützen, wo es geht und sich um die kleinen Popelarbeiten zu kümmern, die sonst keiner macht und dem Gefühl, sich versklavt zu haben und für einen Hungerlohn Arbeiten zu erledigen, für den andere sich zu schade vorkommen, zu wichtig und zu gut bezahlt sind, um ihre Zeit daran zu verschwenden.
Manchmal steht man auf der Kippe zur Ausbeutung. Und obwohl man sich mit der Unterschrift auf dem Praktikumsvertrag praktisch freiwillig in die Ausbeutung begibt, erhofft man sich doch, dass einem Chancen und Möglichkeiten durch das Praktikum eröffnet werden, dass man noch hinzulernt, dass einem was beigebracht wird. Man weiß, man ist eine billige Arbeitskraft und doch hofft man das Beste: Dass man übernommen wird, dass man Kontakte knüpft, dass man ganz viele wertvolle Erfahrungen macht. Ich glaube, so lange die Praktikumsfirma es schafft, diese Hoffnung aufrecht zu erhalten, wird ihr Praktikant immer wieder neuen Mut fassen und Motivation aufbauen.
Hoffen wir, dass meine Firma mir diesbezüglich morgen einen neuen Anstoß gibt.

Sonntag, 12. Juli 2009

Ich gebe alles! Teil II



Heute: Mein Blut!

Neulich im Praktikum. Ich wollte gerade eine Kiste fachmännisch zukleben und wollte dazu diese superpraktischen Klebebandabroller nutzen. Wir haben davon mindestens 3 Stück herumliegen. Und da war es schon passiert. Ich schnitt mir mit den scharfen Zacken direkt in den Finger.
Aber was soll ich sagen, für meine Firma mach ich das doch gern!
Blöd nur, wenn man die Warnhinweise nicht richtig lesen kann (oder unterschätzt).

Donnerstag, 9. Juli 2009

Eine gute Woche

Diese Woche ist wirklich sehr angenehm. Die Chefs sind außer Haus, zwei weitere Mitarbeiter sind im Urlaub und es steht nichts weiter an. Alles ganz ruhig.
So konnte ich in Ruhe Clips für unsere Homepage erstellen. Man beachte den Workflow:
Mit Shrink DVD erstelle ich von einer DVD ein VOB der Passage, die ich fürs Internet haben möchte. Mit MPEG-Streamclip wandel ich das VOB mit genauerem In und Out-Punkt in ein mpg um. Dann nehme ich Carbon Coder und wandel das mpg in einen Webclip mit bester Kompression und H.264 in ein mpeg4 um. Außerdem kann ich da noch ein und ausfaden. Dann kann es hochgeladen werden.
Dann habe ich eine GEMA-Liste erstellt. Und wunderbare Musik für mich entdeckt. Sobald ich die ganzen Interpreten weiß, schreib ich sie hier rein.
Ich habe dutzende DVDs für die Pressearbeit erstellt, kopiert und belabelt. Heute habe ich Bänder gesichtet und einen Botengang zum Schnittraum unternommen. Außerdem habe ich online VG-Bildkunst-Meldungen erstellt. Da habe ich viel dazu gelernt. Dann habe ich mich um einen Fotografen gekümmert, der Fotos von allen Mitarbeitern für die Homepage machen soll.
Es waren also viele verschiedene kleine Aufgaben, die es zu erledigen gab und die auch Spaß machten. Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Die Atmosphäre ist auch sehr chillig diese Woche.
Da gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich aufregen kann. Außer vielleicht über einige dumme Radfahrer am Morgen...

Donnerstag, 2. Juli 2009

Wenn die Motivation wankt

Gestern war es so weit. Ein junger Mann kam herein, einer der Produzenten meiner Firma. Bisher war er für Wochen im Schnitt verschollen gewesen, nun lernte ich ihn kennen. Mir wurde gesagt, von dem kann ich viel lernen, deshalb sitzen die Praktikanten ihm gegenüber. Und dann das:
Er wirft mir 2 Kurierzettel hin und sagt, ich könne sie bei Gelegenheit mal abheften. Na gut, auch wenn es nur 20Sekunden Aufwand gewesen wären. Ich mache es für ihn. Selbstverständlich.
Doch dann das zweite und letzte, was er an diesem Tag zu mir sagt: Wenn du heute gehst, kannst du dann den Müll mit runter nehmen? Der stinkt so komisch.
(Normalerweise wird der große Mülleimer einmal wöchentlich von den Putzfrauen geleert, was auch in normalen Fällen ausreicht.)
Ich dachte echt, bin ich hier die Putze? Ich mache schon wirklich viel sauber und kümmere mich um einiges und mache es ja auch gern. Für die Firma, für die Gemeinschaft.
Aber das hat mich doch etwas deprimiert. Ich habe natürlich gemacht, was mir beauftragt wurde, es war auch nicht schlimm. Aber da kam meine Motivation wirklich beträchtlich ins Wanken...
Ich musste mich selbst davon überzeugen, dass alles, was ich tue, der Firma nützt. Auch die Nase des Produzenten zu schonen. Nur manchmal, da beschleichen mich fiese Gedanken. Wofür bin ich hier Praktikant? Wissen die Leute zu schätzen, was ich für sie tue? Und wie viel bin ich eigentlich Wert? Die Antwort auf letztere Frage lautet: 0,40€/h.