Um die finanzschwache Phase zu überbrücken, habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Plötzlich wurde es ganz wichtig, alles an Geld zusammenzukratzen, was ging. Kleingeld aus Spardosen wurde am Automaten eingezahlt, Verrechnungsschecks aus einer Nebentätigkeit auf Honorarbasis eingelöst, jede Art von Ausgabe aufs penibelste vermieden.
Ich bewarb mich für allerlei Nebentätigkeiten:
Verkaufshilfe im 1-€-Shop, Beratung im Solarium, Produktionshelferin bei Dunkin’ Donuts, Warenverräumung bei DM und Real, Aushilfe bei McPaper usw.
Von den Unternehmen, von denen ich eingeladen wurde, um mich vorzustellen oder Probe zu arbeiten, entschied ich mich schließlich dafür, als Schmierhilfe bei einem Bäcker morgens die Brötchen zu schmieren. Es ist Ausbeutung. 400€ im Monat bei einer 20h/Woche – ihr könnt euch ausrechnen, was dabei rumkommt. Aber bei der Warenverräumung bei DM wäre ich im Monat bei 3x wöchentlich 3h Arbeit nicht auf 400€ gekommen und Real bot mir den gleichen Stundenverdienst. Und ihr wisst, wie hart Warenverräumung auch körperlich ist.
Das Problem ist, dass man von 400€ im Monat nicht leben kann, wenn man allein an Krankenversicherung 140€ zahlen muss. Fix benötige ich im Monat zum Leben (Wohnung, Handy, Krankenkasse, Essen) 530€. Aber: Nebenjobs auf 400€-Basis lassen sich praktisch nicht kombinieren. Die Arbeitgeber werden es verbieten, einer zweiten Tätigkeit nachzugehen, denn in der Gleitzone zwischen 400 und 800 Euro Verdienst, müssen beide Arbeitgeber Abgaben der Sozialversicherung leisten. Diese aber so gering wie möglich zu halten, ist das Bestreben eines jeden Unternehmens, das Pauschalkräfte einstellt. Außerdem gibt es dann auch Abzüge am eigenen Verdienst und es bleiben keine 800Euro übrig. Was also tun? Eventuell einer zweiten Nebentätigkeit auf Honorarbasis nachgehen. Oder als Freiberufler irgendwas arbeiten. Aber was?
Tipps könnt ihr an dieser Stelle unter Kommentare eintragen.
Inzwischen denke ich, ich sollte eine Halbtagsstelle annehmen, bei der der Arbeitgeber bereit ist, grundsätzlich Abgaben zu zahlen und 30h/Woche arbeiten ist machbar. Nun bin ich also mal wieder immer noch auf Jobsuche…
