Samstag, 24. Oktober 2009

Mit der Praktikantin Kreuzberg entdecken




Heute: Curry 36

Es begab sich im Sommer des Jahres 2009, dass ich mich aufmachte, um die Kultstätte der westlichen, zivilisierten, Berliner Welt aufzusuchen: Das Curry 36. Den Namen hat es als Erinnerung an den ehemaligen Postleitzahlbereich 36 und obwohl es somit also auf althergebrachte Werte wie Sässhaftigkeit und Nationalstolz anspielt, tummeln sich dort am Wochenende Touristen from all over the world. Engländer und Argentinier stehen sich die Beine in den Bauch, um eine 1,50€ deutsche Currywurst zu bekommen. Ich wähle lieber die mit Zauber-Würze bestreuten Pommes, kriege fast einen Natriumchlorid-Schock und weiß danach: Ich werde wiederkommen.
Also mache ich mich, geleitet von meinem Heißhunger zur Mittagspause an einem ganz normalen Praktikumsarbeitstag auf zu dieser Pommesbude - denn mehr ist es eigentlich nicht. Die Kultstätte verwandelt sich im Schein einer Werktagssonne in eine Frittenbude, wo sich dicke Deutsche ihr Mittagessen einverleiben. Sich an einen Stehtisch zu stellen und eine Portion Pommes zu essen, hat plötzlich den schalen Nachgeschmack von Fettleibigkeit, Cholesterin und Belanglosigkeit. Plötzlich findet sich kein Tourist mehr hier, man vernimmt die langweiligen Gespräche der Deutschen, die Warteschlange ist kurz, die Mayonaisse hat auch schon mal besser geschmeckt und das Essen liegt so schwer im Magen, dass ich, wieder im Büro, fast auf dem Stuhl in der Küche einschlafe.
Tipp: Wenn Curry 36, dann nur am Wochenende.

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