
Ich verbessere meine Bewerbungsunterlagen nun schon seit über drei Monaten schrittweise. Immer wieder fallen mir Details ein, die eher suboptimal sind, z.B. dass ich mit grauer und schwarzer Schrift arbeite und es doch sein kann, dass meine Unterlagen für den Personaler ausgedruckt werden und der Drucker die graue Schrift nicht mit ausdruckt, oder dass man die Unterlagen doch besser nur in ein PDF packt, statt sie zu gliedern, weil dann das lästige Öffnen der unterschiedlichen Dateien wegfällt.
Letztens bekam ich den Tipp, die Spezifiezierung, ich sei in "Stadtname" in Sachsen geboren, herauszunehmen, da der Chef sonst davon ausgeht, dass ich sächsisch spreche. Ich war geschockt, beleidigt und wusste doch, dass der Einwand berechtigt ist. Was für eine dumme Welt das da draußen doch ist. Nun, ich werde diese Sache ändern.
Um mir weiteres Feedback einzuholen, ging ich zur Connecticum in Berlin, einer Absolventenmesse mit der Chance, Firmenkontakte zu knüpfen. Um mein Déjà-vu-Gefühl noch zu verstärken, fiel mir auf, dass ich bereits ein Jahr zuvor dort gewesen bin, nämlich mit einer engagierten Freundin meines Freundes und sie war damals super schick gekleidet und ich weiß noch, was ich für tadelnde Blicke von irgendwelchen karrieregeilen, Einser-Schnitt-Absolventinnen ob meiner sportlichen Straßenschuhe und meines Kord-Jackets erhielt.
Diesmal wollte ich zum Bewerbungsmappencheck. Ich kam da an und zog mich um, gab meinen Rucksack ab und stolzierte los. Kaum am ersten Stand angekommen, machte ich kehrt. Der Check war doch relativ öffentlich, anstehende Bewerber konnten auf die Unterlagen des Vorgängers schauen. Ich drehte eine Runde im Ausstellerzelt, ging dann ins zweite, merkte, dass mir die Hitze darin bald zu schaffen machen würde und machte mich dann auf, meinen Check einzufordern.
Die Ergebnisse:
- Ich muss mein Anschreiben mehr auf das Unternehmen zuschneiden und zum Beispiel das Motto des Unternehmens auf meine Selbstpräsentation anwenden.
- Ich muss mich als Marke darstellen. Dazu muss ich wissen, was ich kann und was ich will.
- Immerhin: Formal gab es nichts zu bemängeln.

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